Unsere eigene kleine Welt

Ganz oft denke ich jetzt beim zweiten Kind wie leicht alles von der Hand geht, wie wenig mich die Kommentare der anderen kümmern und wie still und friedlich ich meinen Weg mit meinem Baby gehe. Das war nicht immer so…

Beim Großen trug ich noch eine große Unsicherheit mit mir herum. Ich kann nicht sagen, dass es mir egal war, wenn ich dafür kritisiert wurde, „bei jedem Pieps“ für mein Kind da zu sein, ungläubige Blicke zu ernten weil er (immer noch)  bei uns im Bett schlief oder gemurmelte Kritik an mir zu hören wenn ich ihn in aller Öffentlichkeit stillte…diese Stimmen und Blicke kamen nicht nur von Fremden, sie kamen auch von Freunden und aus der Familie.

Nein, es war mir nicht egal! Auch wenn ich nach außen stark wirkte, alle Kritik abtat, auch beim letzten Zweifler noch argumentierte…es machte etwas mit mir. Jedes Mal fühlte ich mich missverstanden. Mein Baby war da, nach einer so langen Zeit voller Schmerz und Vorfreude war mein Baby endlich da. Und ich hatte nichts als Liebe für diesen kleinen Menschen. Ich war bereit alles für ihn zu geben und wusste, dass ich für ihn die Welt anhalten würde, wenn ich es könnte! Wie konnte nur irgendjemand, der mich kannte, daran zweifeln?

Schließlich bin ich froh, auf meinen Sohn gehört zu haben. Ich bin froh, dass ich nur ihn gesehen und gehört habe, wenn er geweint hat. Dass ich gelernt habe, mit ihm in Beziehung zu stehen, wenn er mich braucht und nicht mit der Nachbarin oder dem Fremden im Bus. Ich bin froh, dass ich die Stimmen ausgeblendet habe, die riefen: „Lass doch mal, er beruhigt sich schon alleine!“. Ich bin stolz, dass ich ihn da gestillt habe, wo er Hunger bekam und mich nicht (immer) zum Stillen hinter Bäume oder auf öffentliche Toiletten verzogen habe. Ich fühle mich gut, weil ich ihn so sehr verwöhnt habe wie es sich für mich als Mama gut anfühlte.

Mein großer Sohn hat aus mir eine Mama gemacht und zeigt mir so oft, dass ich es gut mache. Ich habe durch ihn gelernt: Ich muss nicht die beste Mutter sein! Ich muss nur für meine Kinder die beste Mutter sein! Wer könnte mir das besser beibringen als meine Kinder?

Deine Katha

 

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