Sicherheit vermitteln bei Arztbesuchen und im Krankenhaus

Es gibt manchmal Situationen, die unsere Kinder erleben und die für sie nicht schön sind. Für unseren Großen waren es die zahlreichen Untersuchungen und seine Operation. Für den Kleinen war es heute seine Vorsorge-Untersuchung beim Kinderarzt. Da ich schon häufiger gefragt wurde, wie wir die Zeit für den Großen im Krankenhaus versucht haben erträglich zu gestalten, habe ich die wichtigsten Punkte zusammen getragen, die es zu beachten gilt, wenn dein Kind in eine für ihn beängstigende Situation gerät.

Ich spreche hier über Situationen, für die wir Eltern uns aktiv entschieden haben, für die wir also Verantwortung und Sorge tragen. Die Operation unseres Sohnes wurde uns nahe gelegt und wir haben uns dafür entschieden, weil wir die möglichen und sehr wahrscheinlichen negativen Folgen für ihn nicht wollten. Wir haben uns informiert und die uns bekannten Faktoren abgewägt und sind dann zum Entschluss gekommen, dass wir ihn operieren lassen. Wir haben natürlich die Angst um ihn, die möglichen Komplikationen und Folgen mit in unsere Gedanken einbezogen und haben uns dann entschieden.

Genauso entscheiden wir uns dafür, zu den regelmäßigen Untersuchungen bei unserem Kinderarzt zu gehen. Vielen Babys gefällt auch das nicht, so auch unserem Kleinen. Auch hier wägen wir jedes Mal ab und überlegen uns, was für oder gegen diese unangenehme Situation für unser Kind spricht.

Wichtig ist mir, dass wir uns klar machen: Wir als Eltern entscheiden uns aktiv für diese Situationen. Wir werden nicht gezwungen, unser Kind zur Untersuchung zu schicken und wir wurden auch nicht gezwungen, den Großen operieren zu lassen. Wir entscheiden uns dafür und tragen somit auch die Verantwortung für diese Entscheidung. Ich erwähne das, weil uns unsere Wahlfreiheit auch eine Möglichkeit der Gestaltung lässt. Da, wo wir uns für etwas entscheiden, sind wir nicht machtlos. Wir müssen nicht alles einfach ertragen. Wir entscheiden und gestalten diese Situationen mit.

Diese Strategien können dem Kind in ungewohnten Situationen helfen

Wenn wir wissen, dass unser Kind untersucht wird und es ihm wahrscheinlich nicht gefallen wird, so wissen wir das in der Regel schon einige Tage vorher. Meist ist dann genug Zeit, ein paar Dinge zu beachten:

Schon bei der Auswahl des Termins sollte darauf geachtet werden, dass die Zeit nicht in die Schlafenszeit des Kindes fällt. Bei vielen Kinderarzt-Praxen kann man außerdem kurz vor dem Termin anrufen und erfragen, ob sich der Termin verschiebt. So hat man die Möglichkeit, mit dem Kind ein wenig später loszufahren und nicht so lange im Wartezimmer zu sitzen. Wenn kein Einfluss auf die Terminauswahl genommen werden kann, so ist es immerhin möglich, das Kind vorher etwas ausruhen oder (bei kleineren Babys) schlafen zu lassen.

Die Termine, die wir im Krankenhaus wahrnehmen mussten, konnten wir überhaupt nicht mit beeinflussen. Wir wussten auch, dass wir uns auf eine lange Wartezeit einstellen mussten. Da der Große zu der Zeit der Kontrolltermine erst knapp vier Monate alt war, hatte er auch noch ein großes Schlafbedürfnis. Wir hatten also immer Kinderwagen und Trage mit dabei und schoben oder trugen ihn in den Schlaf, wenn wir lange warten mussten. Wenn sich abzeichnete, dass wir bald dran waren, weckten wir ihn sachte, er durfte noch einmal stillen und bekam eine frische Windel. Meist war dann die Stimmung auch bei der Untersuchung ganz gut. Bei größeren Kindern braucht es bei längerer Zeit dann andere Strategien: Bilderbücher, Rundgänge durch die Krankenhausflure, absolut interessantes Spielzeug,…das alles kann helfen, die Wartezeit zu überbrücken.

Wichtig für die allgemeine Stimmungslage ist immer auch ein gut gefüllter Magen. Wird das Baby ausschließlich gestillt, so ist sowieso alles mit dabei. Falls aber Beikost schon ein Thema ist oder das Baby das Fläschchen bekommt, nimm lieber etwas zu viel mit als zu wenig! Gelangweilten oder leicht hungrigen Babys kann es helfen, wenn sie etwas zum Knabbern in die Hand bekommen können und auch ein Fläschchen Pre-Nahrung kann außerplanmäßig mal dran sein. Auch wenn dein Kind nicht unbedingt weiß, was auf es zukommt, so bemerkt es doch die ungewohnte Umgebung und die angespannte Stimmung von Mama oder Papa. Ein nerviges Hungergefühl kann da noch zusätzlich anstrengen.

Rede mit deinem Baby! Kommunizieren tust du sowieso: Über deine Haltung, deine Mimik und Gestik und deinen Geruch merkt dein Kind wie es dir geht und ob Anspannung in der Luft liegt. Auch wenn dein Baby selbst noch nicht sprechen kann, so versteht es doch eine Menge. Wenn euch ein Termin bevorsteht, vor dem du selbst Bammel hast, so sprich mit deinem Kind darüber. Erzähl ihm, dass ihr gleich bei einem Arzt sein werdet, der es untersuchen wird und dass du da sein wirst. Sprich mit deinem Kind darüber, dass auch du aufgeregt bist. Wie gesagt, schon ganz kleine Babys merken es uns an, wenn wir angespannt und ängstlich oder nervös sind. Wenn wir dazu die Erklärung liefern, entspannen wir uns etwas und unser Kind ebenso.

Achte auf dich! Alles, was für dein Kind gilt, gilt ebenso für dich: Achte darauf, dass du auch möglichst ausgeschlafen und satt bist. Pack dir Getränke und Essen ein, etwas Nervennahrung bei anstrengenden Terminen kann nicht schaden! Versuche dich immer wieder aktiv zu entspannen. Als mein Kleiner heute untersucht wurde, habe ich gemerkt, wie ich immer wieder zwischendurch die Luft anhielt und richtig angespannt war. Vieles passiert unbewusst und wirkt sich trotzdem direkt auf unsere Kinder aus. Wir sind ihr Halt und ihre Stütze in schwierigen Situationen und sie orientieren sich an uns. Wir müssen also immer wieder an uns arbeiten, um ihnen eine sichere Stütze zu sein.

Schenke deinem Kind Sicherheit! Für uns ist es „nur“ eine Untersuchung, für dein Kind ist es aber eine fremde Person, die es in fremder Umgebung anfasst und anschaut. Deshalb ist es wichtig, dass du deinem Kind die ganze Zeit Sicherheit vermittelst. Das geht am Besten mit Augen- und Körperkontakt. Wenn du dein Baby für die Untersuchung ausziehen musst, dann erzähle ihm, warum du das machst und was gleich passiert. Wenn der Arzt dein Kind dann untersuchen muss, ist es vielleicht möglich weiter seine Hand zu halten und so zu stehen, dass es dich sehen kann.

Beachte die Signale deines Kindes! Wenn dein Baby anfängt zu weinen, tu bitte das gleiche wie Zuhause: Nimm es hoch und tröste es! Auch hier ist schreien lassen absolut schlimm für dein Kind. Weinen und Schreien ist immer ein Hilferuf, dem du unbedingt nachgehen solltest.Manchmal gibt es Situationen, in denen du dein Kind nicht hochnehmen darfst. Dies war bei dem Großen nach der Operation der Fall: Wir durften ihn zwei Tage lang nicht in den Arm nehmen, er musste, an viele Geräte angeschlossen, in seinem Bettchen liegen. Ich konnte mich aber an ihn kuscheln, mit ihm sprechen, ihn beruhigen, indem ich ihn etwas im Bettchen schaukelte und ihn stillen. Wenn ich absolut nicht weiter wusste, rief ich nach den Krankenschwestern, um mir Tipps zu holen. Auch das ist in Ordnung! Also, hol auch du dir Hilfe, wenn du absolut nicht weiter weißt!

Mach es deinem Kind so leicht und angenehm wie möglich! Bei normalen Kontrolluntersuchungen kann es helfen, wenn du deinem Baby oder Kleinkind Kleidung anziehst, die leicht an- und auszuziehen ist. Vielleicht kannst du ihm auch etwas anziehen, das nicht über den Kopf gezogen werden muss? Bei unseren längeren Krankenhausterminen und den zwei -Aufenthalten haben wir auch dafür gesorgt, dass wir es unserem Großen so gemütlich wie möglich machten. Wir haben sein Krankenhausbettchen mit seinen gewohnten Kuscheldecken ausstaffiert, Spieluhren von Zuhause mitgebracht und das Lieblingsspielzeug eingepackt. Überleg dir auch: Was wäre, wenn du in ungewohnter Umgebung übernachten müsstest? Was würde dir helfen?

Wie vermittelst du deinem Kind in solchen Situationen Sicherheit? Welchen Weg habt ihr für euch gefunden? Erzähl mir doch davon und hinterlasse deine Erfahrung in den Kommentaren.

Deine Katha

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.