Nicht mehr ganz die Alte…

Ich stehe im Badezimmer vor dem Spiegel. Es ist Samstag früh um 7. Mein Mann hütet im Nebenraum unsere beiden Söhne, damit ich in Ruhe duschen kann. Da stehe ich und schaue mich das erste Mal seit langem ganz bewusst und sehr genau an. Ich fühle mich fremd und doch vertraut in meiner Haut.

Es ist nun etwas mehr als 5 Monate her, dass unser Jüngster zur Welt kam, 25 Monate seitdem der Große auf der Welt ist. Diese intensive Zeit hat Spuren hinterlassen. Nicht nur die Geburten, auch die Schwangerschaften, die durchwachten Nächten vor und mit den Kindern, die kleinen und die großen Sorgen.

Ich sehe Fältchen im Gesicht, wo vor den Kindern keine waren. Ich sehe eine Falte am Mund. Die muss wohl entstanden sein als ich tage- und nächtelang am Bett meines Großen gesessen und mir voller Sorge auf meiner Unterlippe herumgekaut habe, nachdem er operiert worden war. Ich sehe Fältchen um die Augen, die von so vielen schönen Erlebnissen mit meinen Kindern erzählen, bei denen sie mich zum Lachen brachten.

Ich sehe meinen Busen, der nicht mehr so straff ist. Noch enthält er Milch für meinen Kleinen. Irgendwann aber wird auch diese Stillbeziehung ein Ende finden. Und wenn auch die letzte Milch versiegt, wird meine Brust sicher noch etwas mehr an Straffheit verlieren und ein paar silbrig glänzende Streifen zeigen.

Ich sehe meinen Bauch, der meinen zwei Kindern über Monate ein sicheres Zuhause bot. Er zeigt nun ein paar Pölsterchen und ein paar Streifen mehr. Wie unglaublich rund und kugelig er vor ein paar Monaten noch war. In ihm habe ich meine Babys getragen.

Und ich sehe unter meinem Bauch meine rosa schimmernde Narbe. Eine ewige Erinnerung an die Geburten meiner Kinder, die nach vielen qualvollen Stunden doch abrupt beendet werden mussten. Ich schaue sie an, fahre mit meinen Fingern erst über die empfindlichen und dann über die tauben Stellen. Ich fühle mich gleichzeitig unendlich dankbar und unendlich traurig.

Mein Körper hat sich verändert. Durch meine Schwangerschaften. Durch die Geburt meiner Kinder. Durch mein Leben mit meinen Kindern. Jede einzelne Veränderung weiß ihre eigene kleine Geschichte zu erzählen, von Liebe und Hingabe, von Sorgen und Schmerz.

Und ich liebe jede kleine und große Veränderung dafür.

Eure Katha

 

Mit diesem Beitrag bewerbe ich mich für den scoyo ELTERN! Blog Award 2017. Drückt mir die Daumen.

Und wenn du selbst mitmachen willst: Nur zu! Ob du selbst einen Blog hast, ist dabei erstmal egal, denn auch geheime Elternhelden ohne Blog werden gesucht.

 

 

 

 

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