Was Stoffwindeln mit Achtsamkeit zu tun haben

Ich habe hier ja bereits darüber geschrieben, warum ich Stoffwindeln einfach toll finde und warum sie aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Auf die Idee, mit Stoffwindeln zu wickeln, bin ich gekommen, weil ich diese unendlichen Müllberge und die unverschämten Kosten für diese Wegwerfartikel nicht mehr wollte. Als sich dann Söhnchen Nummer 2 ankündigte, überschlug ich die Kosten für Wegwerfwindeln im Kopf für zwei Kinder und es war klar: Das machen wir so nicht! Wir probierten ein paar Modelle aus und fanden eins, was gut zu uns passte.

Nach und nach wurde mir auch bewusst, dass hinter meiner Einstellung zum Wickeln noch etwas anderes lag. Ich beschäftigte mich mit den Bedürfnissen meiner Kinder, ich reflektierte jede meiner Entscheidungen als Mama und hinterfragte auch Abläufe, die scheinbar ganz klar auf der Hand lagen. Als wir die Entscheidung trafen, nicht das zu tun, „was alle tun“ und stattdessen unseren eigenen Weg zu gehen, zog ein ganzer Rattenschwanz an neuen Ideen und Erkenntnissen hinterher.

Viele neue Entscheidungen

Ein Vorteil von Stoffwindeln ist, dass sie wir keine Chemie an den Popo unserer Kinder lassen. Wenn wir Chemie nicht für den Kinderpo wollen, warum sollten wir es für den Rest des Körpers wollen? Wir fingen an, uns über die Herstellungsbedingungen von Kindermode zu informieren und trafen auch in diesem Bereich unsere Entscheidungen. Wie sieht es weiter mit Baby- und Kinderpflegeprodukten aus? Auch hier stellten wir einiges um. Und weiter: Mit welchem Spielzeug lassen wir unsere Kinder spielen? Auch hier zog bei uns ein neues Bewusstsein auf und wir veränderten unsere Einstellung.

Die Entscheidung für Stoffwindeln öffnete uns in vielen anderen Bereichen des Zusammenlebens die Augen und schuf in uns ein neues Bewusstsein für die Lebenswelt, die wir für unsere Kinder gestalten. Wir wollen achtsam mit den Bedürfnissen dieser kleinen Menschen umgehen, die in unserer Obhut sind und genauso haben wir es in der Hand, wie wir ihre Lebensumstände beeinflussen.

Wir als Eltern entscheiden in der ersten Baby- und Kleinkindzeit wie der Tag unserer Kinder aussieht, wem sie begegnen, welche Sprache sie lernen, was sie anfassen, fühlen, schmecken und riechen dürfen. Wir haben viel Macht über diese kleinen Wesen und sind es uns oft gar nicht bewusst, weil wir einfach unseren Alltag leben, der uns so normal vorkommt. Es lohnt sich, innezuhalten, sich darüber klar zu werden, wie sehr wir die Kindheit dieser kleinen Menschen mitgestalten und mit welchen Eindrücken wir sie umgeben wollen.

Achtsame Pflege durch Stoffwindeln

Tatsächlich lag unser persönlicher Wendepunkt in unserer Entscheidung Stoffwindeln zu benutzen. Zu Anfang ist es einfacher, schneller und unkomplizierter Wegwerfwindeln zu benutzen als sich mit dem passenden Stoffwindelsystem auseinander zu setzen. Auch das Wechseln der Wegwerfwindel geht schneller von der Hand und das Waschen der Windeln entfällt natürlich, wenn man sie einfach im Müll entsorgen kann. Das Windelwechseln von Babys nimmt am Anfang viel Zeit in Anspruch. Man verbringt viel Zeit mit ihnen am Wickeltisch und gerade diese Zeit ist kostbar. Wir kommen hierüber in Körperkontakt, schenken der Pflege des Kindes unsere Aufmerksamkeit und kommunizieren dabei mit ihm.

Stoffwindeln machen es leicht, sich dem Geschehen voll und ganz zu widmen und sich Zeit für den Prozess des Wickelns zu nehmen, mit dem Kind hierüber in Kontakt zu kommen. Auch mit Wegwerfwindeln kann man sich Zeit für sein Kind nehmen, mit ihm bei seiner Körperpflege in Kontakt treten und sich bewusst werden über die Bedürfnisse seines Kindes. Ich kann jede Mama und jeden Papa voll und ganz verstehen, die sich für Wegwerfwindeln entscheiden. Für uns aber war es ein wichtiger Schritt für unseren bedürfnisorientierten Weg mit unseren Kindern.

Eure Katha

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