Wofür brauchen wir Hebammen?

  • Wieder ein Schritt in die falsche Richtung. Wieder werden die Hebammen aus ihrem Beruf gedrängt. Wieder wird es den Frauen schwerer gemacht, diese wichtige Leistung in Anspruch zu nehmen…
    Schon jetzt ist es quasi unmöglich eine Hebamme zu bekommen, in unserer Stadt gibt es nur noch eine, die noch Geburtsvorbereitung anbietet. In der Schwangerschaft unseres Kleinen habe ich meine Hebamme in der 6. Schwangerschaftswoche angerufen und hatte Glück, dass sie mich schon kannte- sie wäre sonst schon voll gewesen. Hätte ich eine Hausgeburt gewollt, so hätte ich gar keine Chance gehabt und das Geburtshaus in unserer nächstgelegenen Stadt hat Anfang diesen Jahres geschlossen.

Was momentan passiert, ist eine moderne Hexenverbrennung: Die Hebammen werden durch immer höher steigende Versicherungsbeiträge aus ihrem Berufsstand verdrängt. Schlicht und ergreifend wird ihnen die Lebensgrundlage entzogen. Schön, dass wir in Deutschland einen gesetzlichen Mindestlohn haben! Wenn auf der anderen Seite die Kosten für die Selbstständigkeit im Falle der Hebammen steigen, so rottet man sie trotzdem langsam aus. Da von politischer Seite nicht dagegen gearbeitet wird, gehe ich einfach mal davon aus, dass dieses schleichende Aussterben der Hebammen nicht ganz ungelegen kommt. Ich bin froh, dass ich eine Hebamme hatte und ich hoffe, dass auch unsere Kinder noch von Hebammen unterstützt werden können.

Danke! Darum war meine Hebamme so wichtig für mich

Ich danke meiner Hebamme von ganzem Herzen, dass sie für uns da war, als wir unser erstes Kind verloren, dass sie uns in diesen schweren Stunden Mut geschenkt hat und die ersten tröstenden Worte für uns hatte.

Ich bin dankbar dafür, dass sie mich aufgefangen hat, als ich mit meinem großen Sohn aus dem Krankenhaus kam und ein Häufchen Elend war über die enttäuschende Geburtserfahrung und die Stillprobleme.

Ich danke ihr von Herzen, dass sie uns beistand, als klar wurde, dass er operiert werden musste. Ich bin unendlich dankbar dafür, dass sie auch nach der Geburt meines zweiten Sohnes nicht müde wurde, sich seinen Geburtsbericht anzuhören, mir Trost zu spenden und mich aufzufangen. Ich danke ihr dafür, dass sie mich nicht in meinem Tief gelassen hat, dass sie immer wieder nachfragte und uns mit ihrer feinfühligen Art eine andere Sichtweise in vielen Dingen aufzeigte.

Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit hatte, unsere schönen und schweren Momente mit jemandem zu teilen, der uns ganz nah war und trotzdem eine professionelle Sicht von außen einnahm.

Die ersten Momente als frischgebackene Eltern sind eine große Umstellung, manchmal von Angst, Selbstzweifeln oder schockierenden Erfahrungen geprägt. Meiner Erfahrung nach kann im Krankenhaus nicht jeder Frau individuell geholfen werden und auch der Gang zum Arzt ist oft eine zu große Hürde oder zu umständlich. Es ist richtig und wichtig, dass Eltern und insbesondere die Frauen im Wochenbett mit ihren Neugeborenen zuhause von einer Hebamme besucht werden.

Ich hoffe, dass wir an der erschreckenden Entwicklung noch etwas ändern können und dass alle Mütter und Väter, die von der liebevollen und professionellen Zuwendung und Unterstützung einer Hebamme profitieren konnten, ihre Stimme erheben und sich für diesen wichtigen Berufsstand einsetzen!

Das ist mein persönlicher Liebesbrief an meine Hebamme. Danke, dass du da warst!

Was sind eure wichtigen Erlebnisse mit eurer Hebamme? Oder habt ihr vielleicht gar keine gefunden? Lasst euren persönlichen Liebesbrief doch gerne in den Kommentaren.

Eure Katha

 

 

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